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Kirche und Gottesdienste

Kirche im Kirchenkreis Grand Nord

Der Soester Partnerkirchenkreis, der Grand Nord, ist einer von 13 Kirchenkreisen der Evangelischen Kirche Kameruns und umfasst in der Längsausdehnung fast die gesamte nördliche Hälfte Kameruns und beginnt südlich von Ngaoundéré.

In dem ca. 165.000 km² großen Gebiet leben etwa 6.000 Mitglieder der Evangelischen Kirche Kameruns (EEC) (in ganz Kamerun ca. 1Mio.). Der Bevölkerungsanteil an EEC-Mitgliedern im Grand Nord beträgt etwa 0,2% (in ganz Kamerun etwa 7,5%). 40% der Kirchenmitglieder sind junge Leute und 70% sind Frauen.

Die erste evangelische Gemeinde wurde bereits 1935 gegründet. Der Kirchenkreis Grand Nord innerhalb der Evangelischen Kirche Kameruns wurde 1986 gegründet.

Inzwischen ist der Soester Partnerkirchenkreis auf 22 Gemeinden mit 12 Annexen (Filialgemeinden) und 15 Evangelisationsposten angewachsen. Zur seelsorgerlichen Betreuung stehen 7 Pastoren und ein Anwärter sowie 12 Evangelisten und 9 Helfer bereit. Frauen sind erst seit März 2000 zum Pfarramt zugelassen, im Grand Nord gibt es noch keine Pfarrerin, in ganz Kamerun derzeit 5 (Stand: Mitte 2002).

Die Gemeinden haben etwa 150 bis 500 eingeschriebene Mitglieder, Annexen und Evangelisationsposten betreuen ländlich gelegene Gemeindeteile von teilweise weit unter 100 Gläubigen.

Eine feste, gemauerte oder mit Erdziegeln gebaute Kirche gibt es nur in den Städten oder größeren Gemeinden, die meisten sind aus Lehm gebaut und mit Strohdach versehen und damit schnellem Verfall durch Witterungseinflüsse insbesondere in der Regenzeit preisgegeben.

Kirchensteuer gibt es nicht und der Staat versteht sich streng laizistisch, so dass es keinerlei Zuwendungen vom Staat gibt. Einnahmen gibt es nur aus den Kollekten, für größere Ausgaben ist man daher auf ausländische Hilfe der Partnerkirchen angewiesen.

 

Gottesdienst in Kamerun

In Kamerun wird Sonntag für Sonntag ein Fest gefeiert. Das Wort Feier im Zusammenhang mit Gottesdiensten kommt bei uns sicherlich eher aus dem Sinn der Feierlichkeit und weniger vom Feiern eines Festes.

Ganz anders in unserer Partnergemeinde: Da wird schon einmal getanzt und getrillert (ein dem Jodeln ähnlicher aus dem arabischen Raum kommender Ausdruck der Freude oder des Leids). Die Lebendigkeit ist uns fremd, aber sehr stark ansteckend. Das Fest ist ein Fest der Sinne.

Viele junge Besucher/innen füllen die Kirchen und die Gottesdienste sind auch attraktiv für Nichtchristen, die häufig bis zu 50% der Gottesdienstbesucher ausmachen und die vor der Abendmahlsfeier die Kirche verlassen.

Kamerun ist eine junge Kirche, das heißt, ihre Liturgie und ihre Ritualien entsprechen noch weitgehend der heutigen Generation, was sicherlich maßgeblich für die Lebendigkeit der Gottesdienste ist. Die Gottesdienstmusik ist keine separate Kategorie der Sakralmusik, sondern wird geprägt durch Rhythmen und Musikstile, die auch draußen auf der Straße zu hören sind. Aber auch Feier im Sinne von Feierlichkeit kommt nicht zu kurz. Gebeten gebührt die gleiche Andächtigkeit wie hierzulande, liturgische Gesänge haben ihren festen Platz.

Liturgische Gesänge und Choräle kommen für westliche Ohren amüsant und unerwartet auch im Gewand bekannter Melodien (z.B. englische Nationalhymne) und Rhythmen (Walzer) vor.

Dass Geben seliger ist denn Nehmen zeigt sich bei der Einsammlung der Kollekte. Sie wird regelrecht zelebriert. Nach und nach defiliert die ganze Gemeinde an einem im Altarraum aufgestellten Bastkorb vorbei und legt seinen Obulus hinein, begleitet von rhythmischer Musik, die einige zum Tanzen animiert. Die Kollekte wird sofort ausgezählt und bekannt gegeben. Nach einem Dankgebet wird die Gabe ausgelassen gefeiert, mit Gesang und evtl. auch Tanz.

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