Partnerschaft mit dem Bistum Visby

Die Partnerschaft mit dem Bistum Visby steht im Rahmen der vielfältigen Zusammenarbeit der Evangelischen Kirchen in einem zusammenwachsenden Europa (wie der Konferenz Europäischer Kirchen, dem Theobalt Netzwerk, den gemeinsamen Erklärungen von Meißen und Porvoo und dem 2003 geschlossenen Vertrag zwischen der Schwedischen Kirche und der EKD). Mit der Partnerschaft soll im Kirchenkreis u.a. ein Forum gebildet werden, das die bestehenden Partnerschaften mit dem Kirchenbezirk Grand Nord in Kamerun und dem Kirchenkreis Cottbus um eine europäische Verbindung ergänzt. Folgende Bereiche sind dabei im Blick:

  • theologisch: dass wir miteinander lernen, unserer unterschiedlichen Traditionen und Wege, das Evangelium auszulegen und im Leben unserer Kirchen Gestalt annehmen zu lassen, besser zu verstehen.
  • liturgisch: dass wir miteinander und füreinander beten.
  • diakonisch: dass wir uns miteinander den ethischen Herausforderungen unserer Zeit stellen und nach gemeinsamen Antworten suchen.
  • missionarisch: dass wir uns über unsere Wege zu den Menschen austauschen.
  • katechetisch: dass wir miteinander nach Möglichkeiten der Weitergabe des Glaubens an die heranwachsende Generation fragen und wo möglich gemeinsame Modelle erproben (Taufpraxis, Tageseinrichtungen für Kinder, Schulen, Konfirmationsvorbereitung, Jugendarbeit, BIEN ...).
  • organisatorisch: dass wir Erfahrungen im Umgang mit unseren wirtschaftlichen Ressourcen (Bau-, Finanz- und Strukturfragen) miteinander teilen und uns helfen, tragfähige Perspektiven zu entwickeln.

Partnerschaftsvertrag zwischen dem Bistum Visby und dem Evangelischen Kirchenkreis Soest

Zweck

Das Bistum Visby und der Kirchenkreis Soest erklären ihre Partnerschaft und beschreiben die Inhalte wie folgt:

Grundlage

Die regelmäßigen Kontakte zwischen Bistum und Kirchenkreis gehen auf das Jahr 1980 zurück, in dem das Bistum Visby zur Feier des 800jährigen Bestehens der Soester evangelischen Kirchengemeinden eine offizielle Delegation nach Soest entsandte. Der Austausch hat sich seitdem kontinuierlich weiterentwickelt. 1994/95 konnte erstmals ein Vikar des Kirchenkreises einen Teil seiner Ausbildung am Dom zu Visby absolvieren. Bei Gesprächen im Zusammenhang eines schwedisch-deutschen Pastoralkollegs im Herbst 2002 in Soest verliehen beide Seiten ihrem Interesse daran Ausdruck, den vielfältigen Verbindung zwischen dem Bistum Visby und dem Kirchenkreis Soest nun auch einen institutionalisierten Rahmen zu geben, der die Beziehungen fördern und vertiefen möge.

Wir sind uns der Unterschiede zwischen unseren Kirchen im Blick auf unsere jeweilige geschichtliche Entwicklung, die gesellschaftlichen Kontexte, in denen wir leben, und die konkreten Ausgestaltungen unseres kirchlichen Lebens bewußt, wissen aber zugleich um die uns verbindenden Wurzeln in der evangelischen Glaubenstradition. Die ökumenischen Dokumente von Porvoo und Meißen stellen eine Gemeinsamkeit des Glaubens fest, die es ermöglicht, von einer Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft zu sprechen, die die gegenseitige Anerkennung der Ordination einschließt. Von dieser theologischen Grundlage geht auch der Vertrag zwischen der Kirche von Schweden und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) aus. Gemeinsam sehen wir uns vor die Herausforderungen gestellt, die das Zusammenwachsen Europas mit sich bringt, und an denen unsere Kirchen auch in der "Konferenz europäischer Kirchen" sowie im Theobalt-Netzwerk miteinander arbeiten

Wir wünschen uns einen theologischen Austausch, der uns hilft, einander näher zu kommen, miteinander zu lernen, und vom Evangelium her dem Weg der europäischen Gesellschaft Impulse zu geben.

Verabredungen

  1. Die Partnerschaft wird getragen von der Verbindung zwischen Bistum und Kirchenkreis, zwischen Bischof und Superintendent. Wir beschreiben mit dieser Erklärung also ausschließlich den Austausch auf Bistums- bzw. kreissynodaler Ebene.
    Wir freuen uns an all dem, was darüber hinaus an Beziehungen zwischen unseren Kirchen und Regionen schon gewachsen ist und weiterhin gefördert werden soll, wie die gegenseitige Fürbitte, Einladungen zu und Teilnahme an Amtseinführungen, Ordinationen, und theologischen Konferenzen, Studienbesuche der Pfarrerschaft des Bistums in Soest, Konzertreisen von Kantoreien und Bläsergruppen des Kirchenkreises auf Gotland und Besuche gotländischer Chöre im Kirchenkreis ... Wir freuen uns auch daran, dass es über den kirchlichen Bereich hinaus zahlreiche gute Verbindungen zwischen Gotland und Soest gibt. Möge all dies weiter wachsen und unsere Verbundenheit stärken.
    Der im Rahmen der Urlaubsseelsorge der EKD von der Soester Petri-Pauli-Kirchengemeinde zusammen mit der Domgemeinde in Visby organisierte regelmäßige Sommerdienst von Pastorinnen und Pastoren aus dem Kirchenkreis Soest im Dom zu Visby erfüllt dabei eine wichtige Funktion.
  2. Als einen ersten Schritt nehmen wir zur Vertiefung unserer Partnerschaft beispielhaft folgende Bereiche in den Blick:

    • theologisch: dass wir miteinander lernen, unserer unterschiedlichen Traditionen und Wege, das Evangelium auszulegen und im Leben unserer Kirchen Gestalt annehmen zu lassen, besser zu verstehen.
    • liturgisch: dass wir miteinander und füreinander beten.
    • diakonisch: dass wir uns miteinander den ethischen Herausforderungen unserer Zeit stellen und nach gemeinsamen Antworten suchen.
    • missionarisch: dass wir uns über unsere Wege zu den Menschen austauschen.
    • katechetisch: dass wir miteinander nach Möglichkeiten der Weitergabe des Glaubens an die heranwachsende Generation fragen und wo möglich gemeinsame Modelle erproben (Taufpraxis, Tageseinrichtungen für Kinder, Schulen, Konfirmationsvorbereitung, Jugendarbeit, BIEN ...).
    • organisatorisch: dass wir Erfahrungen im Umgang mit unseren wirtschaftlichen Ressourcen (Bau-, Finanz- und Strukturfragen) miteinander teilen und uns helfen, tragfähige Perspektiven zu entwickeln.

    Bei all dem bewegt uns gemeinsam die Frage nach dem Umgang mit dem Erbe unserer mittelalterli­chen Kirchen.

  3. Tragende Säule unserer Partnerschaft ist mindestens eine persönliche Begegnung im Jahr, die wechselweise im Bistum Visby und im Kirchenkreis Soest stattfindet. Bei diesen Besuchen ist jede Seite für Organisation und Finanzierung ihrer eigenen Reisen zuständig. Der gastgebende Partner gewährleistet Unterkunft und Verpflegung der Gäste vor Ort.

Fortsetzung

Nach der Evaluation gilt diese Erklärung zunächst für weitere fünf Jahre. Sie wird nach vier Jahren er­neut überprüft und ggf. um weitere fünf Jahre ver­längert.


(Die mit der Erklärung vom 19. September 2004 / 22. Oktober 2005 begründete Partnerschaft wurde am 04. November 2008 von Bischof und Superintendent evaluiert und mit den kursiv im Text eingearbeiteten Modifi­kationen fortgeschrieben.)

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