Den Tagen Sinn und Qualität geben

Hanse-Zentrum der Frauenhilfe feiert sein 5-Jähriges mit vielen Gästen

Gruppenbild mit Damen: Edna Künne, Leiterin des Hanse-Zentrums, Stellvertretende Bürgermeisterin Christiane Mackensen, Angelika Weigt-Blätgen, leitende Pfarrerin der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen und stellvertretende Landrätin Irmgard Soldat.

Soest. „Individuell sind die Wünsche und Bedürfnisse des täglichen Lebens, auch im Alter“, weiß Maria Schönberg, Pflegedienstleiterin des Hanse-Zentrums in Soest. Darum bietet das Alten- und Pflegeheim nicht nur ein Rundum-Sorglos-Paket vom ersten Tag des Einzugs an, „wir sind ein hotelähnliches Zuhause mit klaren Strukturen und viel Raum für jede einzelne Persönlichkeit.“

Und davon gibt es in dem vor fünf Jahren am Soester Kasernenweg erbauten Haus gleich 80 an der Zahl. „Bei uns finden Frauen, Männer und Paare ein neues Zuhause“, ergänzt Edna Künne, die Hausleiterin.  Das kleine Jubiläumsjahr hat das Haus jetzt zum Anlass genommen, um vergleichsweise groß zu feiern.

„Hanse-Zentrum haben wir es genannt, weil es von Anfang an ein Zentrum innerhalb des Soester Hanse-Viertels für die Menschen werden sollte“, erläuterte Angelika Weigt-Blätgen, leitende Pfarrerin der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen, den Namen des seit 1. September 2012 betriebenen Alten- und Pflegeheimes in Soest.

„Die Cafeteria und die Kapelle des Hauses sind Begegnungsorte für die Bürgerinnen und Bürger in diesem Viertel“, führt Schönberg die Überlegungen weiter aus. „Wir haben erfolgreich Kontakte mit der benachbarten Realschule und der Fachhochschule geknüpft, um generationenübergreifende Kontaktflächen zu bieten und unser Haus mitten ins Leben des Viertels zu platzieren.“ Viele, die zu diesem neu geknüpften Netzwerk gehören, feierten das Jubiläums-Sommerfest mit.

„Hier im Hanse-Zentrum finden auch Männer ein neues Zuhause“, stellt die 55jährige Pflegedienstleiterin fest: „Dass dieses Angebot der Westfälischen Frauenhilfe gut angenommen wurde, zeigte sich schnell: in den ersten beiden Tagen nach der Eröffnung zogen zwei Männer ein, heute sind 1/3 Männer bei uns zuhause!“

Vier Wochen nach Eröffnung waren schon 20 Plätze belegt, nach einem Jahr bereits Vollbelegung erreicht. Für die Leiterin des Sozialen Dienstes, Jana Balks, ist ein breitgefächertes Freizeitangebot das A und O für ein zufriedenes Leben im Alter. „Darum gibt es bei uns für alle etwas Passendes.“ Gedächtnistraining oder Motomed, Aromatherapie oder Klangschalenmassage, Malen oder Andachten und natürlich Spaziergänge in die fußläufig erreichbare Innenstadt. „Und für alle, deren Beweglichkeit eingeschränkt ist, holen wir das Alltagsleben ins Haus.“

Alle Bereiche - Verwaltung, Pflege, Betreuung, Haustechnik, Service und Reinigung - arbeiten Hand in Hand für das Wohl der hier lebenden Menschen. Daher wundert es nicht, dass das Jubiläums-Motto „Seit 5 Jahren Hand in Hand“ lautete. „Die Rolle der Service- und Reinigungskräfte für die Bewohner“, stellt Künne fest, „ist nicht hoch genug einzuschätzen.“

Das familiäre Konzept setzt auf Bezugspersonen in der Hauswirtschaft, in der Pflege und in der Betreuung im Hause. „Unser Konzept bedeutet auch, dass alle kompetent mit Sterben, Schmerz und Tod umgehen können“, ergänzt Schönberg. Vier Pflegefachkräfte und weitere fünf Pflegekräfte sind in Palliative Care qualifiziert. „Palliativ bedeutet erstmal, dass der Mensch eine schwere unheilbare Erkrankung hat“, führt Balks, Leiterin des Sozialen Dienstes und Fachexpertin in Palliativ Care, aus. „Sie können einige lebenswerte Jahre vor sich haben.“

Alle Mitarbeitenden sehen ihre Aufgabe in einer umfassenden Lebensbegleitung. Daher erhalten auch palliativ betreute Menschen im Hanse-Zentrum zahlreiche Angebote. „Bei uns wird gelebt, gelacht, aber auch gestorben“, fasst die Pflegedienstleiterin die Philosophie des Hauses zusammen. „Den Tagen Qualität und Sinn zu geben, ist unsere Aufgabe - für jeden Einzelnen und je nach Lebensgefühl.“

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