Die stille Reserve

Evangelische Kirche will Ehrenamtliche schulen

Pfarrerin Leona Holler (rechts), Seelsorge-Koordinatorin, und Maria Schubert, Leiterin der Erwachsenenbildung, wollen mit dem Programm „Go! – Ganz Ohr“ Ehrenamtliche schulen. Foto: Hans-Albert Limbrock

Kreis Soest. Sie sind so etwas wie die stille Reserve in diesem Land. Immer, wenn Staat, Gesellschaft, aber auch Kirche aus Verantwortungsbereichen ziehen müssen oder wollen, treten vielerorts Ehrenamtliche auf den Plan und füllen diese Lücken. Das klappt meist erstaunlich gut und ist ein Hauptgrund, dass vieles in unserem Land ganz hervorragend funktioniert. Man denke in diesem Zusammenhang nur an die Flüchtlingshilfe.

Aber auch wenn etwas gut funktioniert, kann vieles häufig noch verbessert werden. Mit einer „Grundausbildung für Ehrenamtliche“ trägt der Bereich „Seelsorge“ der Evangelischen Kirche im Kreis Soest gemeinsam mit der Erwachsenenbildung diesem nun Rechnung. „Go! Ganz Ohr“ heißen die insgesamt sechs Ausbildungsmodule.

„Wir haben ganz viele Menschen, die für andere da sind“, erklärt Pfarrerin Leona Holler. Allein im Verantwortungsbereich des Evangelischen Kirchenkreises Soest sind es fast 200. Diese Menschen, die unter anderem in Seniorenheimen, in Krankenhäusern oder auch im Gefängnis in Besuchsdiensten aktiv sind, möchte die Koordinatorin für Seelsorge, professionell schulen.

Holler: „Diese Ehrenamtlichen verfügen in der Regel über ein großartiges Potenzial. Aber kaum jemand ist umfassend für die vielfältigen und oft auch schwierigen Aufgaben ausgebildet worden.“ Häufig führt das dazu, dass Ehrenamtliche sich überfordert fühlen, schlimmstenfalls an ihrer Aufgabe erkranken oder zerbrechen.

„Es geht deshalb“, so die Pfarrerin, „in dem Schulungsangebot auch ein wenig um Selbstschutz.“ Vermittelt werden daher unter anderem Gesprächstechniken oder der Umgang mit Störungen. Aber auch darum, wie man ein Gespräch beendet, so dass keine Seite frustriert zurückbleibt. Holler: „Wir möchten, dass die Teilnehmer unserer Schulung sicher werden in dem, was sie tun.“ Aus diesem Grund werden vor allem auch die Stärken eines jeden Einzelnen herausgearbeitet.

Voraussetzung, um an der Schulung teilzunehmen, ist die Bereitschaft, an allen sechs Modulen  - jedes einzelne dauert etwas zwei Stunden – teilzunehmen und sich auf verschiedene Methoden einzulassen. In einem Vieraugengespräch ermittelt Leona Holler vorab die Motivation, die christliche Grundhaltung und die Fähigkeit, sich auf andere Menschen einzulassen.

Die Kosten der Ausbildung betragen 30 Euro. In einem Informationsabend am Donnerstag, 28. September, können sich Interessierte ab 19 Uhr im Petrushaus über weitere Einzelheiten informieren. Die Ausbildungsmodule starten dann im kommenden Januar. Auskünfte erteilt Pfarrerin Leona Holler unter 02921/9439016 oder leona.holler-at-kirchenkreis-soest.de

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