Ein Rucksack voll Sprache

Programm richtet sich an Kindertageseinrichtungen und fördert Kinder in der Sprachentwicklung

Interessierte pädagogische Fachkräfte aus Kindertageseinrichtungen erhielten im Sitzungssaal des Kreishauses praxisnahe Informationen über das Programm „Rucksack KiTa“. Fotos: Wilhelm Müschenborn/ Kreis Soest

Während der Infoveranstaltung im Sitzungssaal des Kreishauses berichteten das Kommunale Integrationszentrum, Kita-Leiterinnen und eine Elternbegleiterin über die Erfahrungen mit dem Programm „Rucksack KiTa“ im Kreis Soest

Kreis Soest. „Aufgrund der sehr positiven Erfahrungen möchten wir gerne weiteren Kindertageseinrichtungen die Möglichkeit geben mitzumachen.“ Diesen Appell formulierte Dieter Hesse, Leiter der Kreis-Abteilung Schulangelegenheiten, während einer Informationsveranstaltung zum Programm „Rucksack KiTa“ für interessierte Kindertageseinrichtungen. Das Kommunale Integrationszentrum koordiniert das Programm seit einer Erprobungsphase im Kindergartenjahr 2014/2015 kreisweit.

„Rucksack KiTa“ stammt aus den Niederlanden und wird bundesweit erfolgreich umgesetzt. Das Programm richtet sich an Eltern und vier- bis sechsjährige Kinder mit Migrationshintergrund in Kindertageseinrichtungen. Erklärte Ziele sind die Förderung der Mehrsprachigkeit der Kinder sowie die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Eltern mit Migrationshintergrund und den Kindertageseinrichtungen.

Außerdem sollen die Erziehungskompetenzen der Eltern und deren Austausch untereinander gefördert werden. Elternbegleiterinnen, die selbst Migrationshintergrund haben, unterstützen jeweils. Sie nehmen eine Schlüsselposition ein, wie die bisherigen Erfahrungen gezeigt haben.

Das Programm ist im Kreis Soest erfolgreich. Das zeigen die Evaluationsergebnisse der vergangenen drei Kindergartenjahre. 97 Prozent der beteiligten Personen geben an, dass die Kinder durch die Teilnahme am Programm mindestens teilweise sprachliche Fortschritte in Deutsch gemacht hätten.

71 Prozent bejahen dies auch für die Herkunftssprache. Während der Infoveranstaltung bestätigten Regina Meier, Leiterin der Lippstädter AWO-Kindertagesstätte Familienzentrum „Bullerbü“, und Silke Utzel-Eickenbusch, Leiterin des Lippstädter Familienzentrums Blauland, mit ihren Berichten aus der Praxis diese positiven Zahlen. Zusätzlich standen eine erfahrene Elternbegleiterin und eine Mutter, die am Programm teilgenommen hat, Rede und Antwort.

Aktuell setzen sechs Einrichtungen das Programm im Kreis Soest um: AWO-Kindertagesstätte und Familienzentrum „Bullerbü“, Lippstadt; Familienzentrum Senfkorn, Geseke; Familienzentrum Werl Nord, Kiebitzweg, Werl; Bewegungskindergarten St. Norbert, Werl; Ev. Kindergarten am Gotlandweg, Soest; Kath. Kindergarten St. Bonifatius, Lippstadt. Die Umsetzung in weiteren Kitas soll nach den Sommerferien starten.

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