Entschluss steht fest

Gesellschafter verfolgen Pläne für Hospiz am Bleskenweg weiter

Als Geschäftsführer der Christliches Hospiz Soest eGmbH haben Udo Schröder-Hörster und Sigrid Kübler-Molitor dem Angebot von Dr. Thomas Oyen eine Absage erteilt, rechts Johanniter-Pressesprecher Sebastian Thiemann. Fotos: Hans-Albert Limbrock

Anhand des Modells erläuterten Udo Schröder-Hörster und Sigrid Kübler-Molitor das Bau- und Raumkonzept für das Hospiz am Bleskenweg.

Soest. „Unser Entschluss steht. Wir halten weiter an unseren Plänen für ein Hospiz hier am Bleskenweg fest.“ Mit diesen Worten erteilte Sigrid Kübler-Molitor von der Evangelischen Perthes-Stiftung e.V. dem Angebot von Dr. Thomas Oyen eine Absage, das Hospiz im Kloster Paradiese zu realisieren.

„Wir“, so Kübler-Molitor, „haben alle vorliegenden Fakten sachlich geprüft. Das Angebot, das Kloster Paradiese als Standort zu nutzen, kommt dabei nicht in Frage.“ Die vergangenen, knapp drei Wochen habe man intensiv genutzt, um diese Option, mit der Dr. Oyen Ende Februar an die Öffentlichkeit gegangen war, auf Herz und Nieren zu prüfen.

„Das war letzten Endes keine emotionale, sondern einzig und allein eine an der Sache orientierte Entscheidung“, erklärte Udo Schröder-Hörster von den Johannitern. Als Geschäftsführer Christliches Hospiz Soest habe er sich gemeinsam mit Sigrid Kübler-Molitor die nötige Rückendeckung bei den Gesellschaftern, den Aufsichtsgremien, dem Kuratorium, der Hospizbewegung sowie der Ärzteschaft und beim Palliativnetz Soest/Hochsauerland eingeholt.

Schröder-Hörster: „Alle befürworten und begrüßen die nun gefasste  Entscheidung.“ Damit, so Kübler-Molitor, stehe der planmäßigen Realisierung nichts im Wege. Anfang kommender Woche endet die Ausschreibung. Noch im April, spätestens aber im Mai soll mit dem Bau begonnen werden. Kübler-Molitor: „Im Mai 2018 wollen wir eröffnen.“

Gegen das Kloster Paradiese sprechen nach Angaben der Gesellschafter vor allem bauliche Gründe. Schröder-Hörster: „Unser Konzept, an dem wir sehr lange und intensiv gearbeitet haben, lässt sich dort ganz einfach nicht realisieren.“ Bei dem Anspruch, den letzten Tagen von Todkranken mehr Leben zu geben, hätte man im Kloster zu viele und untragbare Kompromisse machen müssen. Schröder-Hörster: „Wir wollen ein sehr offenes Haus bauen, das sich gastfreundlich für Gäste wie Besucher öffnet. Das ist  dort, wo wir über drei Ebenen hätten planen müssen, nicht möglich.“

Zudem seien bereits beachtliche Summen Geld in den jetzigen Standort investiert worden. 365.000 Euro hat die bisherige Planung gekostet. Auch die Mittel der Stiftung Wohlfahrtspflege, die sich auf 700.000 Euro belaufen, sind an den Bau des Hospizes am Bleskenweg gebunden und könnten bei der Planänderung nicht abgerufen werden. Hinzu kommen weitere 300.000 Euro der Fernsehlotterie –alles Gelder, die für ein Hospiz an einem anderen Standort nicht zur Verfügung stehen würden.

Ob Dr. Oyen nun seinerseits an seinen Plänen festhält und versucht, im Kloster Paradiese ein zweites und damit konkurrierendes Hospiz zu bauen, wurde gestern nicht bekannt. Sigrid Kübler-Molitor erklärte, dass er die Entscheidung akzeptiert habe: „Es hat keinen Streit gegeben.“ Zudem habe Dr. Oyen betont, auch noch andere Pläne für das Gebäude zu haben, die er nun einer fachlichen Prüfung unterziehen werde. Kübler-Molitor: „Für uns können wir in jedem Fall sagen, dass wir die Entscheidung mit kühlem Herz und klarem Verstand getroffen haben.“    

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