Höchstmaß an Sensibilität

Erzieherinnen informieren sich über Thema "Sexuelle Gewalt an Kindern"

Fachberaterin Charlotte Bierkamp (rechts) begrüßte mit Henrike Vollbracht eine kompetente Referentin zum Thema "Sexuelle Gewalt gegen Kinder". Foto: privat

Kreis Soest. Ein Thema, das eigentlich gar keines sein dürfte - und leider doch eines ist. Und das täglich: „Sexuelle Gewalt gegen Kinder“ In einer Fachtagung im Ardeyhaus haben sich jetzt Erzieherinnen und Erzieher aus den Kindertagesstätten des Evangelischen Kirchenkreises intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt.

Dazu hatte Fachberaterin Charlotte Bierkamp mit Henrike Vollbracht von der Soester Beratungsstelle gegen sexuelle Gewalt und Kindeswohlgefährdung vom Deutschen Kinderschutzbund eine kompetente Referentin eingeladen, die die Frage „Was ist sexuelle Gewalt und wie kann ich sie erkennen?“ in den Mittelpunkt ihrer Ausführungen stellte.

Die Diplom-Pädagogin und Kinderschutzkraft berichtete, dass jährlich in Deutschland 14.000 Fälle von sexuellem Missbrauch angezeigt werden. Experten gehen allerdings davon aus, dass die Dunkelziffer ungleich höher liegt. 

Meist geschieht der Missbrauch im nahen sozialen Umfeld: in der Familie, bei Bekannten, in Kindergärten, Schulen oder im Verein. 80 bis 90 Prozent der Täter sind Männer, und meist trifft es Mädchen (75 Prozent).

Für Erzieherinnen und Erzieher ist das Erkennen von sexueller Gewalt gegen Kinder häufig ein schmaler Grat, der ein Höchstmaß an Aufmerksamkeit und Sensibilität verlangt. Henrike Vollbracht: „Es gibt nicht DIE Merkmale. Auffälligkeiten können Hinweise sein, können aber auch einen ganz anderen Hintergrund haben.“

Wichtig sei es, den Kindern zu vermitteln, dass der Körper ihnen gehöre, dass sie Nein! Sagen dürfen, wenn sie zu viel Nähe oder Berührung nicht möchten und dass sie „schlechte Geheimnisse“ ihren Vertrauenspersonen erzählen dürfen.

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