Luther würde twittern

Eine Ausstellung bei der VHS in Lippstadt erklärt warum

Pfarrerin Lilo Peters und VHS-Leiterin Frauke Mönkeberg sind überzeugt, dass Martin Luther heute ein begeisterter Twitterer wäre.

Lippstadt. Wie es Luther schaffte, seiner „Reformation“ der katholischen Lehre im deutschsprachigen Europa in kürzester Zeit eine ungeheure Wirkkraft zu verleihen, welche Marketing-Strategie und welche Marketing-Instrumente er zur Verbreitung und Durchsetzung einsetzte, hat der Kulturwissenschaftler Dr. Rüdiger Krüger in einem Vortrag in der VHS Lippstadt erklärt. Dieser beleuchtet unterhaltsam das Leben und Wirken des Reformators.

Anschließend hat Pastorin Lilo Peters in die Ausstellung „#Here-I-stand“ (www.here-i-stand.com) – Martin Luther, die Reformation und die Folgen“ eingeführt. Mit Hilfe moderner Infografiken zeigt und erklärt die Ausstellung die wichtigsten Stationen der Reformationsgeschichte und ihre Auswirkungen bis heute.

Ausgehend von der Biographie Martin Luthers wird ein Blick in die Lebensumwelt der Menschen vor der Reformation geworfen. „Jugendliche und Erwachsene, Einsteiger und fortgeschrittene Kenner der Reformationsgeschichte werden gleichermaßen angesprochen“, stellte Pastorin Peters anerkennend fest.

Die Ausstellung richtet ihren Fokus auf die reformatorische Dynamik, die sich nach Luthers Veröffentlichung der 95 Thesen entspann. Sie behandelt zentrale Fragen der Reformationsgeschichte. Was war das Neue an Luthers Theologie? Was geschah in Wittenberg 1517? Wie verbreitete sich die neue Lehre?

Die Zeit zwischen 1520 und 1530 war eine Zeit des Umbruchs, auch für die Geschlechterrollen. Dass auch Frauen in der Reformation ihre Rolle spielten, wird heute oft vergessen. Ein weiterer Fokus der Ausstellung behandelt die Ausbreitung des Protestantismus in den USA.

Nicht zuletzt wird die Frage geklärt, was der Bürgerrechtler Martin Luther King mit seinem Namensvetter, dem deutschen Reformator Martin Luther, gemeinsam hat. Die Reformation war eine Medienrevolution. Heute ermöglicht das Internet völlig neue Arten der Kommunikation. Martin Luther nutzte im 16. Jahrhundert geschickt das neue Medium seiner Zeit: den Buchdruck. Heute würde Luther twittern.

Darum wurden im Zusammenhang mit der Ausstellung verschiedene Social Media Kanäle eingerichtet. Als besonderes Highlight enthält die Ausstellung auch 3D-eingescannte Museumsobjekte, die heruntergeladen und im 3D-Drucker ausgedruckt werden können. Und schließlich steht noch für die Posterausstellung „#Here I stand“ zusätzlich eine kostenlose App (die Poster-Rallye „Lutherbound“) zur Verfügung, mit der Kinder und Jugendliche spielerisch eine Rallye auf Deutsch oder Englisch durch die Plakate machen können.

Mit den Mitteln des Storytellings kommt Martin Luther selbst zu Wort und stellt das Wissen der Spieler in unterhaltsamer Weise auf die Probe.

Evangelischer Kirchenkreis Soest • Puppenstraße 3-5 • 59494 Soest • Telefon 02921 396-0 • info@kirchenkreis-soest.deImpressum