Mit Licht gemalt

Künstler Markus Lüpertz hat neue Fenster für Marienkirche in Lippstadt entworfen

Im Beisein zahlreicher Gäste wurden die neuen Kirchenfenster der Öffentlichkeit in einem Festgottesdienst vorgestellt. Fotos: Hans-Albert Limbrock

Pfarrer Thomas Hartmann hofft, dass der Künstler Markus Lüpertz den Weg noch nach Lippstadt finden wird.

Volker Sturm im Gespräch mit Ursula Rothfuss von der Glaswerkstatt Derix.

Begehrte Fotomotive: die neuen Fenster.

Die Lüpertz-Kreationen.

Superintendent Dieter Tometten sieht in den farbintensiven Fenstern ein Sinnbild für das Selbstverständnis der heutigen evangelischen Kirche.

Volker Sturm und Heinz Limberg dürfen ohne Zweifel als treibende Kräfte für das Projekt bezeichnet werden.

Lukas Janssens, Sohn des Komponisten Peter Janssens, spielte und sang mit der Gmeinde das Lied seines Vaters "Der Himmel geht über allen auf".

Lippstadt. Als der Künstler Markus Lüpertz im Frühjahr das erste Mal in Lippstadt war und von seiner Vision der neuen Kirchenfenster berichtet hat, da hat er gesagt, dass er mit Licht male. Wie sehr diese doch eher abstrakte Vorstellung mit Leben und damit mit Licht gefüllt wird, davon kann sich nun jeder interessierte Besucher in der Marienkirche selbst ein Bild machen. Dass der Schöpfer des Luther- und des Melanchthon-Fenster beim Festgottesdienst aus terminlichen Gründen passen musste, war für die meisten Besucher in dem bestens gefüllten Gotteshaus verschmerzbar.

Denn viel wichtiger ist es, dass der Kunstprofessor zwei außergewöhnliche Fenster gestaltet hat, die die Marienkirche deutlich aufwerten und dafür sorgen, dass Kunst- und Kirchenliebhaber aus nah und fern nach Lippstadt kommen. Und vielleicht erfüllt sich die Hoffnung von Pfarrer Thomas Hartmann ja auch irgendwann: „Wir geben die Hoffnung nicht auf, dass der Künstler doch noch nach Lippstadt kommt und wir mit ihm über die Fenster ins Gespräch kommen können.“

In einem Festgottesdienst in einem vollbesetzten Gotteshaus sind die Fenster jetzt der Öffentlichkeit vorgesellt worden. „Kirchenfenster lenken unsere Blicke, tauchen Räume in ein besonderes Licht und haben einen besondere Sprache“, hatte Hartmann eingangs formuliert und darauf verwiesen, dass Kirchenfenster trotz aller Farbenfülle immer Licht brauchen, um zu leuchten. Das wird übrigens besonders prachtvoll zu beobachten sein, wenn die Abendsonne beide Fenster zum Strahlen bringen wird. Im trüben Herbst ein vermutlich eher seltener Anblick.

Rückblickend ist es mehr als erstaunlich und letztlich der unglaublichen Dynamik von Volker Sturm und Heinz Limberg zu verdanken, in welch kurzer Zeit das ehrgeizige Projekt in Lippstadt umgesetzt wurde. „Darüber vergehen sonst oft Jahrzehnte“, lobte denn auch Reinhard Miermeister, Leiter des Baureferates in der Landeskirche, die Entschlussfreude der Lippstädter.

Dass es dabei auch noch gelungen ist, mit Lüpertz einen der bedeutendsten Künstler der Gegenwart für einen „Auftrag in der Provinz“ zu gewinnen, ist mindestens genauso erstaunlich. Miermeister ist daher auch überzeugt, „dass dies ein Projekt ist, das weit über die Kirchengemeinde, ja über die Landeskirche hinaus strahlen wird. Es gibt nur wenige zeitgenössische Glaskünstler mit solch einer Improvisations- und Gestaltungsfreude wie Professor Lüpertz.“ Und abschließend lobte der Experte aus Bielefeld: „Diese Fenster machen deutlich, welche Vitalität in einer Kirchengemeinde stecken kann.“

Für Volker Sturm, der vor knapp drei Jahren die Anregung gegeben hatte, das noch rudimentär vorhandene Luther-Fenster zu ergänzen, war der Festgottesdienst natürlich auch so etwas wie die willkommene Bestätigung, dass sich das Engagement gelohnt hat: „Diese Fenster sind ein Magnet für Lippstadt und darüber hinaus.“

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