Wie geht es weiter?

Bei Konferenz beschäftigen sich Pfarrer beider Konfessionen mit ökumenischen Grundsätzen

Einmal im Jahr konferieren die evangelischen und katholischen Pfarrer der Region; im Vordergrund die beiden Dechanten Thomas Wulf und Dr. Gerhard Best. Fotos: Hans-Albert Limbrock

Pfarrer Sedrack Djiokou berichtete darüber, welche Rolle Religion in seinem Heimatland Kamerun spielt.

Lilo Peters, Pfarrerin aus Lippstadt, ist in der Pfalz aufgewachsen und hat dort ein unerschütterliches evangelisches Selbstverständnis erfahren.

Kreis Soest.  An Luther kommt in diesem Jahr wirklich niemand vorbei: 500 Jahre Reformation - das wird landauf, landab gefeiert. 500 Jahre Reformation – das rückt aber auch die Ökumene wieder deutlich mehr in den Blickpunkt; vielerorts feiern evangelische und katholische Christen gemeinsam Feste.

Unabhängig von diesem herausragenden Jubiläum pflegen beide Kirchen auf Kreisebene schon seit Jahren einen intensiven Austausch. Einmal im Jahr kommen die Pfarrerinnen und Pfarrer beider Konfessionen zu einer ökumenischen Pfarrkonferenz zusammen. Aktuell fand das Treffen jetzt im Gemeindehaus in der Lippstädter Brüderstraße statt.

Mit Pfarrerin Lilo Peters, Pfarrer Sadrack Djiokou und Kindertagesstättenleiterin  Sibylle Hänsler berichteten drei Teilnehmer, was ihr evangelisches Selbstverständnis ausmacht. Lilo Peters erzählte dabei ihre sehr persönlich geprägte Geschichte von ihrer Kindheit in der Pfalz, die sie als einen „Ausdruck unerschütterlichen Selbstbewusstsein der Evangelischen Kirche“ erlebt habe.

Peters: „Evangelisch sein heißt Vielfalt in der Gestaltung“. Inzwischen erlebt die Lippstädter Pfarrerin das Verhältnis von Katholischer und Evangelischer Kirche „auf Augenhöhe“ und ist überzeugt: „Wir können viel voneinander lernen.“

Auch bei Sibylle Hänsler hat die Glaubensprägung bereits in den Kindheitstagen eingesetzt. „Das hat mich enorm geprägt.“ Auch heute noch hat der Glaube in ihrem Leben und in ihrer Arbeit im Familienzentrum eine entscheidende Rolle: „Im Glauben finde ich Raum und Kraft.“

Faszinierend und fesselnd die Erzählungen von Sedrack Djiokou, der in Kamerun geboren und seit einiger Zeit in Möhnesee Pfarrer ist. „Die Geschichte meines Landes und der Menschen, die dort leben, ist eng mit der Religion verbunden.“ Als evangelischer Christ fühle er sich „ein wenig freier“ und fügte augenzwinkernd dazu: „Das liegt daran, dass wir keinen Papst haben.“ Mit Blick auf sein Heimatland, in das er bald als Pfarrer zurückkehren wird, erklärte Djiokou: „Aber es ist auch nicht immer gut, wenn es keine festen Strukturen gibt.“

In gemischten Kleingruppen arbeiteten die Konferenzteilnehmer anschließend ihr eigenes Selbstverständnis zu ihrer jeweiligen Konfessionszugehörigkeit auf. Pfarrer Thomas Wulf, Dechant des Dekanats Rüthen-Lippstadt, beschloss die Runde und stellte die Frage, die aktuell viele Christen bewegt: „Wie geht es weiter?“ Eine Antwort auf diese Frage muss weit über das Jubiläumsjahr hinausführen. Die Konferenz in Lippstadt sei ein optimistisches Signal: „Wir konnten heute hier erleben, dass der Geist weht, wie er will.“

Evangelischer Kirchenkreis Soest • Puppenstraße 3-5 • 59494 Soest • Telefon 02921 396-0 • info@kirchenkreis-soest.deImpressum