Newsletter "So weit"

Liebe Leserinnen und Leser,

„lass uns in deiner Liebe und Kenntnis nehmen zu,
dass wir am Glauben bleiben, dir dienen im Geist so,
dass wir hie mögen schmecken dein Süßigkeit im Herzen und dürsten stets nach dir.“

Mich hat dieses „so“ beim Singen immer überrascht. Ist nicht vorher schon genug gesagt?

Weit Persönlicheres als vielleicht vermutet, hat Elisabeth Cruciger in diese Worte gelegt. Es ist das erste Reformationslied einer Frau, nach wie vor Wochenlied (5. Februar, EG 67). Früher Nonne, jetzt Pfarrfrau, zweifache Mutter. Mit den Reformatorenfamilien in Wittenberg eng verbunden. Die alten Rollenmuster tragen nicht mehr. Das Leben ist sehr unübersichtlich bei all den europaweiten Wirren und Anfeindungen. Wie findet sie Orientierung? Liebe, Kenntnis, Glaube, Dienen!

Doch das allein ist es noch nicht: Es soll im Herzen süß schmecken und soll zugleich Durst nach mehr machen. Das klingt mystisch - ehemalige Nonne! Aber es ist lebensnah: Gott gibt dem Leben in mir Geschmack und macht Durst. Weil er davon mehr gibt.

 

Ich kann nachvollziehen, dass diese Frau leidenschaftlich Frau und Mutter war. Sie starb 1535. Ihre Leidenschaft wirkt weiter.

Ihr
Dieter Tometten

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