Aktuelle Andacht

01. März 2017

So ganz allein hat Luther die Reformation natürlich nicht geschafft. Erstaunlich viele Menschen hatten großen Anteil und Einfluss. Sie hatten es häufig schwer und werden bis heute oftmals  unterschätzt.

Die Konfirmation zum Beispiel entstand durch Martin Bucer. Er führte sie in seiner Kirchenordnung 1539 für Ziegenhain in Hessen ein. Ein Erfolgsmodell bis heute. Klingt einfach. Erst  bei näherem Hinsehen ist Martin Bucer ein tief bewegendes Beispiel des Vermittlers. Dabei wurde er im rekatholizierten England nach seinem Tod (1. März 1551) exhumiert und mit seinen Schriften als Ketzer verbrannt. Immerhin bereits drei Jahre später rehabilitiert.

Weit war Bucer herumgekommen. Hatte überall Gesprächspartner. Wie die das im 16. Jahrhundert ohne Facebook und What’s App hingekriegt haben! Lange lebte er in Straßburg mit seiner Frau Elisabeth Silbereisen. Sie starb mit einigen ihrer Kinder an der Pest. Für die überlebenden Kinder heiratete er wieder.

Weit hat er sich auf alle im Religionsstreit vertretenen Parteien eingelassen. Zwischen Luther und Zwingli im Abendmahlsstreit vermittelt, leider vergeblich. Verständigung schon damals mit den Katholiken gesucht. Und Anliegen der Täuferbewegung aufgenommen. So kam die Konfirmation heraus.

Ökumenisches Denken gab es schon in unseren reformatorischen Wurzeln!

Dieter Tometten

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