1. Juni: So weit

So – lang mit oooo oder kurz und bündig. Der Tonfall macht‘s. Es hat etwas Unmittelbares, zeigt etwas, unterstreicht es, stellt es fest. So.

Weit ist nicht so. Weit ist eben weit. Beides zusammen spricht  aus dem Psalm 36. Die Güte und Wahrheit Gottes reichen, heißt es dort, so weit der Himmel ist. Es ist das Leitwort unseres Kirchenkreises. Ist das so mit der Güte Gottes? Für uns, für die Erde, für ihre Bewohner, für die Meere, die die Erdbewohner voneinander trennen?

So weit ist es eben noch nicht, geben wir zu. So viel Falsches geschieht. Es ist so viel zu tun, so viel, dass von Überlastung zu reden selbstverständlich geworden ist.  Eng ist es, Engpässe drohen, wir machen zu, verschließen uns. Sonst reicht es nicht, sagen wir.

So weit, das ist auch Bestandsaufnahme. Wir tun, was wir können. Wir schauen, was da ist. Wir erkennen an, was geleistet wurde. Wir klären Fehler, lernen daraus.

Weit wird der Blick durch Pfingsten. Der göttliche Geist weht von selbst,  aus der Unerschöpflichkeit. Vermischt den Atem aller Menschen. Weht über den Wassern, aus denen auch unser Taufwasser kam.  Wir dürfen Atem holen aus der Weite der Güte und Wahrheit Gottes. Dazu umweht er uns und alle anderen.

Es soll und wird weiter gehen. So weit der Himmel ist.

Dieter Tometten

Evangelischer Kirchenkreis Soest • Puppenstraße 3-5 • 59494 Soest • Telefon 02921 396-0 • info@kirchenkreis-soest.deImpressum