1. Oktober: So weit

So hatte ich das Psalmwort nicht mehr in Erinnerung gehabt: „Er gibt immer auf dich acht“ (Psalm 121). Diese Übersetzung aber brachte unmittelbar die Melodie wieder zum Klingen, mit der es sich in meinem Kopf eingenistet hatte. Konfirmanden und Taufeltern hatten eine Zeit lang ihre Tauf- oder Konfirmationssprüche selbst vertont. Wir hatten sie dann im Gottesdienst gesungen. Diese Konfirmandin hatte das „immer“ in ihrem Spruch auf demselben Ton verdreifacht. Beim Singen ergab sich dann mit „auf dich acht“ ein überraschendes Stolpern, als ob es einen aus dem Takt bringen könnte, wenn Gott auf mich acht gibt. Oder als ob man den Takt erst beim wiederholten Hinhören erkennt.

Weit sollte der Spruch „meine“ Konfirmandin in ihrem Leben begleiten. Das habe ich gehofft. Sie habe ich aus den Augen verloren. Nun begleitet ihr Spruch wieder mich. Ich versuche ihn auch mit den Ohren der Menschen zu hören, denen ich begegne. Was können wir dafür tun, dass auch sie sich von dem göttlichen „immer, immer, immer“ geachtet, getragen und geleitet fühlen?

Dieter Tometten

Evangelischer Kirchenkreis Soest • Puppenstraße 3-5 • 59494 Soest • Telefon 02921 396-0 • info@kirchenkreis-soest.deImpressum