19. April: Sei kein Schaf!

Ich bin der gute Hirte. (Johannesevangelium 10,11-30)

Sei kein Schaf! Geh wählen! Mit diesem Slogan und 40 bunten Kunst-Schafen hatte die evangelische Jugend in Frömern im Nachbarkirchenkreis Unna im vergangenen Jahr ein viel beachtetes Projekt zur Unterstützung der Kommunalwahlen durchgeführt. Für diese gelungene Aktion wurde sie vor wenigen Tagen durch den Chrismon-Gemeindepreis belohnt. Sei kein Schaf kann heißen: Lauf nicht mit der Menge mit, sei eigenständig, fang an zu denken, nimm deine Rechte wahr!.

Sei kein Schaf! und Jesus sagt: Ich bin der gute Hirte. - ein Widerspruch? Nein, kein Widerspruch, sondern sich überkreuzende Perspektiven. Der gute Hirte der Bibel kümmert sich um die Schafe und führt sie zum frischen Wasser. Hier geht es um Fürsorge und Geborgenheit, um die Sicherheit, die wir fürs Leben brauchen und die uns geschenkt wird. Dort geht es um die daraus resultierende Freiheit und den tatkräftigen Einsatz für uns und andere.

Auch bei Jesus selbst gibt es diesen Perspektivwechsel. Ist er hier der gute Hirte, so ist er in der Johannesoffenbarung 7,17 das siegreiche Schaf, das seiner Rolle zum Trotz, Opfer zu sein, von Gott auferweckt wird und nun Schaf und Hirte zugleich ist - zu unser aller Ermutigung und Vorbild: Das Lamm mitten auf dem Thron wird sie weiden und leiten zu den Quellen des lebendigen Wassers, und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen.

Johannes Majoros-Danowski

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