19. Dezember 2016

Liebe Leserinnen und Leser,

„so merket nun das Zeichen recht: die Krippe, Windelein so schlecht, da findet ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhält und trägt.“ So verdichtete Luther 1535 das ganze Evangelium in einem Satz. Für mich liegt Luthers Größe in solchen einfachen Worten, die das Wesentliche lebendig werden lassen.  Das sollte bei allem Erschreckenden, das man bei Luther auch entdeckt oder ihm nachsagt, nicht übersehen werden.

Weit in das schlichte, alltägliche Leben hinein führt dies Wort: Krippe, Windelchen.  Das ist noch deutlich schlichter als unser heutiger Lebensstandard, ja arm. In und zwischen solch einfachen Dingen lässt sich Gott entdecken. Es bleibt eine unfassbare Zumutung. Es wird zur Herausforderung mit praktischen Konsequenzen. Es ist eine unfassbare Ermutigung, wenn ich an all die Mächte und Gewalten denke, deren Unwesen sich deutlicher denn je ankündigt und schon erhebt. Erhalten und getragen nämlich wird die Welt vom Gotteskind in der Krippe!

Ihr
Dieter Tometten

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