22. März 2015: Macht und Gewalt

Ihr wisst, die als Herrscher gelten, halten ihre Völker nieder, und ihre Mächtigen tun ihnen Gewalt an. Aber so ist es unter euch nicht; sondern wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein; und wer unter euch der Erste sein will, der soll aller Knecht sein. (aus dem Predigttext Markusevangelium 10,35-45)

Eine nüchterne Aussage Jesu über die Macht- und Gewaltverhältnisse seiner Zeit. Viel hat sich daran bis heute nicht geändert - zumindest weltweit gesehen. Bemerkenswert ist, dass Jesus die Herrschaftsverhältnisse - obwohl faktisch unübersehbar - in Frage stellt. Er spricht von denen, die als Herrscher gelten. Denn für Jesus, der davon spricht, dass die Herrschaft Gottes nahe herbei gekommen ist, ist legitime Herrschaft allein Gott vorbehalten. Menschen dürfen grundsätzlich nicht über andere Menschen herrschen. Was sagt das über unsere Herrschaftsstrukturen?

Bei denen, die Jesus nachfolgen, soll es ganz anders sein: Wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein. Dass "Minister" eigentlich "Diener" bedeutet, ist leibhaftigen Ministern nicht immer anzumerken. Das mit dem Dienen ist auch leichter gesagt als getan. Das ist eine Herausforderung für alle, die herrschen, für alle, die Leitungsfunktionen inne haben. Wie sieht eine Leitung aus, die allen dient? Was für Leitungskompetenzen sind da erforderlich? Wie sieht ein Terminkalender aus, der diesen Anforderungen entspricht? Wie könnte eine Kirche als Gegenbild zu üblicher Herrschaft aussehen?

Johannes Majoros-Danowski

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