23. August: Wer ist denn mein Nächster?

"Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!" (Lukasevangelium 10,27) lautet die zentrale Botschaft Jesu. "Wer ist denn mein Nächster?" heißt eine Gegenfrage. Einem fallen da viele Antworten ein: Familie, Nachbarn, Arbeitskollegen, Flüchtlinge, Obdachlose. Jesus gibt eine andere Antwort. Er erzählt die Geschichte von einem, der als einziger dem Opfer eines Raubüberfalls hilft. Der, der hilft - das ist Jesu Pointe - wird dem, der Hilfe braucht, zum Nächsten. Perspektivwechsel.

Nächstenliebe erschöpft sich nicht in der Helferrolle. Wer hilft ist selbst Nächster, die Rollen können wechseln. Wir sind uns gegenseitig die Nächsten. Sollten wir uns zumindest sein. "Kirche für Andere" (Bonhoeffer) im Sinne von "Kirche mit Anderen".

Wir können uns unsere Nächsten nicht aussuchen. Wenn unsere Wege sich kreuzen, können wir einem Vertrauten wie einem Fremden zum Nächsten werden. Entscheidend ist, ob wir weiter gehen oder ob es zur Begegnung kommt.

Er, der jedem von uns nahe ist, liebt die Begegnung und kreuzt unsere Wege immer aufs Neue.

Johannes Majoros-Danowski

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