29. März 2015: Der König auf dem Esel

Jesus aber fand einen jungen Esel und ritt darauf, wie geschrieben steht (Sacharja 9,9): »Fürchte dich nicht, du Tochter Zion! Siehe, dein König kommt und reitet auf einem Eselsfüllen.« (aus dem Predigttext Johannesevangelium 12,12-19)

Eine Prophezeiung des Sacharjabuchs schlug in Jerusalem um das Jahr 30 herum Wellen. Jesus von Nazaret reitet, von einer Volksmenge begeistert begrüßt, auf einem Esel in die Stadt hinein. Er erinnert die Menschen an die Prophezeiung eines kommenden Königs, der nicht stolz auf einem Pferd reitend mit Truppen heran rückt, wie einstmals Alexander der Große, sondern sanftmütig auf einem Esel sitzend den Frieden mit sich bringt.

Ein Gegenbild zu Truppenaufmärschen und Manövern an der Grenze zwischen NATO und Russland, ein Gegenbild zu selbsternannten Gotteskriegern in Syrien, Irak und Nigeria. Zu allen Zeiten ging eine Faszination aus von diesem einfachen, doch ansprechenden Bild des Menschen auf dem Esel. In ihm findet die tiefe Hoffnung der Menschen auf Frieden eindringlichen Ausdruck. Der Theologiestudent Friedrich Heinrich Ranke hat 1820 vor dem Eindruck der erst wenige Jahre zuvor beendeten Napoleonischen Kriege an diese Bibelstelle angeknüpft und sein berühmtes Friedenslied "Tochter Zion" geschrieben:

Tochter Zion, freue dich, jauchze laut, Jerusalem!
Sieh, dein König kommt zu dir, ja, er kommt, der Friedefürst.
Tochter Zion, freue dich, jauchze laut, Jerusalem!

Johannes Majoros-Danowski

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