5. April 2015: Auf Leben und Tod

Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. (aus dem Predigttext Markusevangelium 16,1-8)

Der Glaube an die Auferstehung der Toten und konkret der Auferstehung Jesu ist ein klassischer Streitfall, zu Zeiten des Markusevangeliums ebenso wie heute. Vor lauter Streit wird gerne übersehen, dass es dabei nicht in erster Linie um eine metaphysische Fragestellung handelt, in der es wahlweise um die Kapitulation oder den Triumph von Glaube bzw. wissenschaftlicher Weltsicht geht.

Bei der Auferstehung Jesu geht es um das Ins-Recht-Setzen eines unschuldig Verurteilten, um politischen Mord, um die Frage, ob die jeweils Mächtigen das letzte Wort behalten oder nicht. Vertieft man sich in die Berichte von Amnesty International oder über die Folterpraktiken der USA, kommt man zum Kern dessen, worum es hier geht. 

Ob es sich bei der Auferstehung Jesu um ein naturwissenschaftlich verifizierbares Phänomen handelt, lenkt nur vom Eigentlichen ab. Es geht darum, wer den Sieg davon trägt, wer ihn davon tragen soll und wer ihn davon tragen wird: Unmenschlichkeit oder Erbarmen, Entsetzen oder Lebensmut, Traumatisierung oder Heilung, Unrecht oder Gerechtigkeit, Tod oder Leben, Mensch oder Gott.

Johannes Majoros-Danowski

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