
Von Anfang an leben Menschen, lebt die ganze Schöpfung von der universalen Güte Gottes. Sie ist die Quelle unseres Lebens.
Ob wir es wahrnehmen oder nicht: Sie begleitet uns vom ersten bis zum letzten Atemzug. Die Taufe erinnert uns an Gottes Zuspruch, den Menschen zu allen Zeiten erfahren haben: „Ich habe dich ins Leben gerufen und gewollt; es ist gut, dass du da bist!“
Im Neuen Testament wird erzählt, wie Jesus diese Güte Gottes verkündet und wie sich in ihm selbst sichtbar wird.
Der 36. Psalm benennt, was Menschen brauchen, um ihr Leben gestalten zu können: Wahrheit, Gerechtigkeit, Heimat. Er stellt staunend und dankbar fest: „Wie köstlich ist deine Güte, Gott, … bei dir ist die Quelle des Lebens“.
Die vielen alten Kirchen in den Dörfern und Städten des Kirchenkreises sind beredtes Zeugnis, Stein gewordene Predigt von der weit reichenden und menschenfreundlichen Güte Gottes. Das ist auch der Kern der reformatorischen Erkenntnis: „sola gratia“ – „allein aus Gnade“. Dieser Erkenntnis der Gnade und Barmherzigkeit Gottes haben sich Menschen in den Städten und Dörfern des Kirchenkreises sehr früh geöffnet.
Diese Botschaft von der Güte Gottes unter den Bedingungen unserer Zeit weiter zu geben und weiter zu gestalten, bleibt unsere Aufgabe – auch denen gegenüber, die nicht in der Kirche sind.
Es ist Zeit für ein „Kirchtumdenken“, das das Ganze der Kirche im Blick hat: die Gemeinden vor Ort, den Kirchenkreis, die Landeskirche auch die Schwesterkirchen vor Ort. Von der Spitze des Kirchturms aus gewinnt man den Blick für die anderen, die jenseits der Ortsgrenzen ebenfalls aus der Güte Gottes leben und für sie einstehen. Und dann kann die Erkenntnis erwachsen: „Gut, dass ihr da seid! Wunderbar, dass es euch gibt!“
Es ist Selbstverständnis und Auftrag der Kirche, die Güte Gottes zu feiern und zu den Menschen zu tragen. Das soll – entsprechend unserer presbyterial-synodalen Grundordnung – im Zusammenspiel der Ebenen von Kirchengemeinden, Kirchenkreis und Landeskirche lebendig werden und zur Entfaltung kommen.
Im Evangelischen Kirchenkreis Soest gewinnt diese Ordnung Gestalt im Zusammenspiel der Gemeinden, der kreiskirchlichen Dienste, Fachbereiche, Ausschüsse und Beauftragungen.
Nicht jede Aufgabe muss und kann auf jeder Ebene wahrgenommen werden. Der Kirchenkreis kann und will manche Arbeitsbereiche der Gemeinden koordinieren, die Gemeinden von Aufgabenstellungen entlasten, die besser auf kreiskirchlicher Ebene aufgehoben sind.
Um diese Aufgabenverteilung zu koordinieren und gleichzeitig geistlich zu profilieren, hat sich die Kreissynode die hier vorgelegte Konzeption gegeben.
Hans König
Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Soest
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