An die Bürgerinnen und Bürger im Kreis Soest
Sehr geehrte Damen und Herren,
der Kirchenkreis Soest bekommt Besuch: Vom 20. bis 26. April wird eine Kommission von 30 Fachleuten aus verschiedenen Bereichen Westfalens den Kirchenkreis mit all seinen Gemeinden und Einrichtungen „unter die Lupe nehmen“.
Wir haben uns einiges vorgenommen: Gottesdienst und Kirchenmusik, Seelsorge und Beratung, Ökumene und Diakonie, Schule und Bildung, aber auch gesellschaftliche Verantwortung und Publizistik, Verwaltung, Finanzen und nicht zuletzt Gemeindeaufbau und Rückbau – die Breite der Themen ist eindrucksvoll. Eine Visitation führt auch vor Augen, wie umfangreich, vielfältig und vielschichtig sich das Leben in unserer evangelischen Kirche gestaltet.
Der Blick von außen hilft, das Eigene mit anderen Augen wahrzunehmen. Trösten, ermahnen, prüfen und belehren soll die Visitation laut Kirchenordnung. Das mag etwas altmodisch klingen, benennt aber doch knapp und klar, worum es gehen wird in dieser Woche: Wir kommen als solidarische Fachleute, nicht als Besserwisser. Wir haben offene Augen und Ohren, sehen hin und hören zu. Uns interessiert nicht so sehr die herausgeputzte Fassade, sondern wir wollen erfahren, wie die Christenmenschen in der Soester Börde leben, arbeiten, feiern, Gemeinschaft haben und das Evangelium teilen. Und weil die Kirche ein Teil der Gesellschaft ist, gehören auch Begegnungen mit Vertretern von Politik, Wirtschaft und Kultur zu einer Visitation.
Wir kommen als sachkundige Mitchristen, die ihr Wissen, Können und ihre Gaben einbringen. Was läuft gut? Wo gibt es Schwachstellen, Mängel, wo fehlt es an Qualität? Was lässt sich ausbauen, weiterentwickeln? Auf solche Fragen wollen wir gemeinsam mit den Besuchten ehrliche Antworten finden.
Die ersten Ergebnisse legen wir zum Abschluss der Woche vor. Auf dieser Grundlage werden später Kirchenkreis und Kirchenleitung zu verbindlichen Zielvereinbarungen kommen.
Die umfangreichen Vorarbeiten zu dieser Visitation sind mit Sorgfalt und Engagement durchgeführt worden. Allen, die daran beteiligt sind, danke ich herzlich. Mit dem gesamten Team freue ich mich auf eine Besuchswoche voller neuer Erfahrungen, Begegnungen, auf eine Woche intensiver Arbeit, aber auch gemeinsamen Feierns.
Gottes guter Geist möge uns leiten.
Es grüßt Sie
Ihr
Alfred Buß, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen
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