Besuch in Synagoge Paderborn

Friedensgebet der Religionen am 20.9.2012

In der Paderborner Synagoge (Foto: Friedensgebet Lippstadt)

Lippstadt/Paderborn - Mitglieder des Lippstädter „Friedensgebets der Religionen“ besuchten die Jüdischen Kultusgemeinde Paderborn, um ihre Verbundenheit mit der Gemeinde auszudrücken und für die enge Zusammenarbeit bei der Gestaltung des jährlichen Friedensgebetes in Lippstadt zu danken. Im Mittelpunkt der Gespräche mit der Vorsitzenden, Frau Rubens, standen zunächst der jüdische Gottesdienst und die Entwicklung der Paderborner Gemeinde in den vergangenen zwanzig Jahren.

Die Situation der kleinen jüdischen Kultusgemeinde veränderte sich grundlegend durch die Entscheidung der damaligen Bundesregierung, Jüdinnen und Juden aus der früheren Sowjetunion  in größerer Zahl die Einwanderung nach Deutschland zu eröffnen. „Auf diese Weise sind in den beiden vergangenen Jahrzehnten etwa 50.000 Juden aus der früheren Sowjetunion gekommen, von denen allerdings nicht wenige in andere Länder weitergewandert sind oder sich keiner jüdischen Gemeinde angeschlossen haben“, weiß Margot Bell vom Lippstädter „Friedensgebet“ zu berichten.
Die meisten Zuwanderer waren in der Sowjetzeit jüdischem Gottesdienst und jüdischem Leben entfremdet; sie mussten oft erst wieder an jüdische Traditionen herangeführt werden. „Die sprachliche und berufliche Integration der Zuwanderer stellt auch die Paderborner Gemeinde vor große Aufgaben. Die Integrationsprozesse  sind nicht immer abgeschlossen und nehmen in den jüdischen Gemeinden Kraft und Zeit in Anspruch“, schätzt Heinz Gesterkamp vom Arbeitskreis die aktuelle Situation ein. Gleichzeitig haben die Zuwanderer viele Impulse gegeben, z. B. haben sie in der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland eine größere Vielfalt entstehen lassen und die Altersstruktur der jüdischen Gemeinden hat sich durch die größere Zahl der Kinder sehr verändert, was nach dem Holocaust Hoffnung macht für die Zukunft des jüdischen Lebens in Deutschland.

Das zentrale Anliegen des „Friedensgebetes“, das friedliche und vertrauensvolle Zusammenleben der verschiedenen Religionen und Kulturen in Lippstadt zu fördern, schließt das Engagement gegen Antisemitismus und fremdenfeindliche Einstellungen mit ein und möchte dadurch Demokratie und Zivilcourage stärken. Deshalb berieten die Mitglieder der Paderborner jüdischen Gemeinde und ihre Lippstädter Gäste auch ausführlich über das „Friedensgebet der Religionen 2012“, das am 20. September stattfinden wird.

Die nächste Sitzung des Arbeitskreises ist am 9. Januar in der Mevlana Moschee Lippstadt. Vorher wird ein Treffen im kleinen Kreis stattfinden, um den neuen Hodscha der Mevlana Moschee willkommen zu heißen.

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