Ein Glücksfall fürs Haus

Heike Schulze-Gabrechten verlässt das MGH und beginnt ein Studium

Freunde und Wegbegleiter haben Heike Schulze-Gabrechten (vordere Reihe 3. Von rechts) jetzt im Mehrgenerationenhaus verabschiedet und ihr für ihr Studium und die Zukunft alles Gute gewünscht. Foto: Thomas Brüggestraße

Bad Sassendor. „Ich mache das für mich selbst! Ich habe das an dieser Stelle jetzt einfach gebraucht für mich“, sagt Heike Schulze-Gabrechten, warum sie mit flotten 57 Jahren wieder auf die Uni will – knapp vier Jahre Soziologie studieren, die Lehre von der Gesellschaft. Freunde und Wegbegleiter im Mehrgenerationenhaus (MGH) hat sie damit ein wenig überrascht. „Weiß ich“, sagt sie: „Musste aber sein – es wurde höchste Zeit für beide Seiten: Nach zehn Jahren müssen da mal andere Leute ran, frischer Wind, das wird gebraucht.“

Zehn Jahre lang war Heike Schulze-Gabrechen Bildungsbeauftragte im MGH. „Ich habe mich ums operative Geschäft gekümmert, Angebote neu erfunden und immer wieder angepasst im ständigen Kontakt mit der evangelischen Kirchengemeinde, mit den vielen eifrigen Ehrenamtlichen im Haus – und mit den Besuchern.“

Auch das unterstreicht sie beim Blick auf die letzten zehn Jahre: „Ohne die Ehrenamtlichen, da hätten wir einpacken können, sofort!“

Wie es weitergehen wird? Pfarrerin Stefanie Pensing weiß bislang soviel: „Es gibt Urlaubsansprüche, aufgelaufene Überstunden, das wird abgefeiert, wie es so schön heißt. Es wird eine Lücke geben, bis wir eine Nachfolgeregelung haben. Wir setzen da auf die Ehrenamtlichen im Haus – die Arbeit soll ja weitergehen.“

Auch Heike Schulze-Gabrechten unterstreicht: „Die Angebote bleiben so, wie sie angekündigt worden sind.“ Was ihr wichtig ist: „Ich gehe nicht weg – ich mache nur etwas anderes! Ich bleibe hier, ich mache weiter Vereinsarbeit, ich mache weiter Politik.“

Wie sie überhaupt zum MGH gekommen sei? „Eine lange Geschichte“, sagt sie und beginnt ganz von vorne: Abi in Rinteln an der Weser, dann Studium in Münster. Rechtswissenschaften. „Und jetzt kommt‘s“, sagt sie: „Abgebrochen!“ Zu dröge, der Stoff? „Nein. Aber ich war schwer verliebt, und ich habe mich für meinen Mann und den großen Hof hier in der Gemeinde entschieden, und die viele Arbeit, die vor uns lag.“

Eine Ausbildung zur landwirtschaftlichen Haushälterin, die habe sie noch gemacht. Dann gab es drei Töchter, die groß werden wollten und die jetzt aus dem Haus sind. Es gab den Hofverkauf – und  die Information: Ein offenes Haus solle entstehen, Ehrenamtliche würden gesucht. „Geh‘ nicht dahin, Du wolltest doch nichts mit Hauswirtschaft machen“, habe ihr Mann noch gesagt.

Wie es ausging, ist bekannt – und zum Abschied kam das Lob von vielen Seiten: Bürgermeister Malte Dahlhoff hielt eine kurze Lobrede, Superintendent Dieter Tometten und Pfarrerin Stefanie Pensing auch, dazu noch jemand vom Seniorenkreis – der Tenor über allem: „Ein mustergültiger Dienst! Du warst ein Segen, ein Glücksfall fürs Haus!“

Niemals geht man so ganz – auch Heike Schulze-Gabrechten nicht. So darf es nicht wundern, dass sie noch eine Reihe von Anliegen hatte. Zwei waren ihr besonders wichtig: „Wir brauchen weitere Mitstreiter: Ohne Ehrenamt gehen wir hier vor die Hunde!“ Und: „Für den öffentlichen Bücherschrank, gleich um die Ecke vor dem Eine-Welt-Laden, da suchen wir dringend Kinder- und Jugend-Literatur. Daran fehlt es leider. Wir freuen uns über jede Buchspende...“.

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