Ein Koffer voller Glück

Urlaub ohne Koffer in der Kirchengemeinde Maria zur Höhe ist ein Erfolg

Und immer wieder steht der Spaß im Vordergrund. Auch das ist ein Grund für den Erfolg der Reihe.

Ein Konzept, das aufgeht: Dank vieler ehrenamtlicher Helfer ist „Urlaub ohne Koffer“ in der Hohnegemeinde ein so großer Erfolg. Fotos: Rotraud Grün

Soest. „Hallo, guten Tag.“ Hartmut steht auf, gibt jedem Teilnehmer der Gesprächsrunde die Hand. Er gehört zu den Teilnehmern der Aktion „Urlaub ohne Kofferpacken 2018“. Zum dritten Mal veranstaltet von der Evangelischen Kirchengemeinde Maria zur Höhe in Zusammenarbeit mit dem Inklusionsprojekt für Menschen im Alter der Evangelischen Perthes-Stiftung.

Frauen und Männer mit und ohne Behinderung verbrachten im Gemeindezentrum neben der  Hohnekirche eine schöne Woche, ausgefüllt mit vielen Attraktionen. Das Thema in diesem Jahr lautete „Familie ist himmlisch?“. Das Fragezeichen hat seine Bedeutung und seine Berechtigung. Denn in so manchen Gesprächen  zu diesem Thema kamen nicht nur schöne sondern auch traurige und enttäuschende Erfahrungen aus dem Familienleben zur Sprache.

„Aufeinander zugehen“  hieß es nicht nur in einem gemeinsam gesungenen Lied, sondern sollte immer die notwendige Brücke für eine Versöhnung nach Streit in der Familie bilden. Hartmut hatte die Aufforderung verstanden; machte vor wie es geht.

„Wir haben einige Stammgäste, die sich immer wieder auf das Angebot, der Tageserholung für Menschen im Alter  freuen und gern kommen, aber auch neue Teilnehmerinnen und Teilnehmer“, berichtet Pfarrer Thomas Gano, der den „Urlaub ohne Koffer“ gemeinsam mit Diakon Bernd Zicholl sowie ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern begleitet.

Unter die Urlauber mischten sich wie bei den ersten zwei Angeboten Schülerinnen und Schüler des Börde-Berufskollegs, Fachrichtung Heilerziehungspflege, die praxisbezogen sehr viel lernen konnten und sich mit Herzenswärme für die älteren Menschen engagierten und interessierten.

Die fünf Tage waren gut durchstrukturiert. Am Morgen wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von ihrem Zuhause abgeholt. Im Gemeindezenrum angekommenn, gab es erst einmal Frühstück. Anschließend stand eine Andacht auf dem Programm. Mit kreativem Gestalten, Sing- und Spielrunden oder Sitzgymnastik vergingen die Stunden des Vormittags recht schnell.

„Das Mittagessen nehmen wir im Mariengarten  ein. Der kurze Weg dorthin vermittelt den Frauen und Männern noch ein bisschen mehr  Urlaubsgefühl“, erklärte Thomas Gano. Wieder zurück im Gemeindezentrum ruhte sich die Gruppe erst einmal von den morgendlichen Aktivitäten aus.

Mit Kaffee und Kuchen wurde das Nachmittagsprogramm eingeläutet. Gesprächsrunden, Gesang und Vorführungen rundeten einen schönen Urlaubstag ab. Zum Thema „Familie ist himmlisch?“ entwickelte sich unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine lebhafte Diskussion, die sich unter anderem um das Zusammenleben  von Eltern, Kindern und Schwiegersöhnen- oder töchtern drehte, das in einigen Familien gut funktioniert, in anderen überhaupt nicht und sogar über die üblichen Streitigkeiten hinaus zu regelrechter Entfremdung führt.

Für die alten Menschen war es eine Wohltat, mal ihr Herz ausschütten zu dürfen, auf Verständnis zu stoßen und Tipps aus der Runde oder von Pfarrer Thomas Gano und Bernd Zicholl zu hören. „Mehr reden", war der Ratschlag, den der Pfarrer den Menschen mit auf den Weg gab, um Konflikte zu lösen.  Gegen 17 Uhr wurden die Urlauber wieder nach Hause gefahren.

Ein Ausflug mit der Solarbahn und die Vorführungen einer Kindergartengruppe bereicherten das fünftägige Programm. Beim Abschied hatten die Teilnehmer auch ohne Kofferpacken das Gefühl, einen Koffer voller Glück, das sie erleben durften, mit nach Hause zu nehmen.  Sie freuen sich schon jetzt aufs nächste Jahr.

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