Rassismus im Alltag

Urmila Goel referierte über das Anders-Gemacht-Werden

Dr. Urmila Goel (Foto: Johannes Majoros-Danowski)

Im Rahmen des Jahres der Toleranz wird in Lippstadt das Projekt "Lippstädter wie du und ich - Migranten mittendrin" gemeinsam vom Arbeitskreis Willkommen und der Erwachsenenbildung des Evangelischen Kirchenkreises Soest organisiert. Dazu war am 15. April Dr. Urmila Goel aus Berlin eingeladen worden, um im Rathaussaal in Lippstadt einen Vortrag zum Thema Migration zu halten. Die monatliche Pfarrkonferenz des Kirchenkreises hatte die Gelegenheit genutzt, um sich mit dem Jahresthema zu beschäftigen, und nahm im Anschluss an ihre Tagung geschlossen daran teil.

Urmila Goel machte in ihrem Vortrag auf eine Vielzahl wenig bewusster Mechanismen aufmerksam, mit denen Zugezogene oder ihre Kinder auf ihr vorgebliches "Fremdsein" festgelegt werden (sollen). In ihren zahlreichen Beispielen ging es um subtilen Smalltalk ("Wo kommen Sie eigentlich her?") wie um Fallstricke des Ausländerrechts (Stichwort "Ehefähigkeitsbescheinigung"). Dr. Goel wies darauf hin, dass bis auf Fälle expliziter Gewalt in Taten oder Worten die besonderen Verhaltensweisen gegenüber "Fremden" in der Regel durchaus gut gemeint seien. Da das "Anders-Gemacht-Werden" bereits in der Kindheit beginne, verinnerlichten es unglücklicherweise selbst Menschen, die zeitlebens in Deutschland gelebt hätten.

Wie treffend ihre Analyse war, zeigte sich daran, dass mehrere Besucher des Vortrags an ihre Ausführungen anknüpfend von ähnlichen Erlebnissen berichteten. Gerade die Unterschwelligkeit des "Anders-Gemacht-Werdens" machte bewusst, dass hier vor Kirche und Gesellschaft noch eine große Aufgabe liegt.

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