Roter Faden Diakonie

Pfarrer Rainer Grüber wechselt Arbeitsbereiche

(Foto: Herbert Beller)

Pfarrer Rainer Grüber wird in diesem Sommer einen großen Schritt tun: Er wechselt als Berufsschulpfarrer in Vollzeit zum Hubertus-Schwartz-Berufskolleg in Soest. Hierdurch entsteht nun die Notwendigkeit, in den vielen kirchlichen Arbeitskreisen und Ausschüssen, in denen er Mitglied war oder ihnen vorstand, Nachfolger/innen zu finden.

Es ist in der Tat fast ein Geflecht, in dem sich Rainer Grüber engagierte. Dieses Geflecht offenbart jedoch beim zweiten Blick die Vorstellung des Diakoniebeauftragten von der Verkündigung vor der Gemeinde und ihrer notwendigen Umsetzung: „die Gemeinde der verfassten Diakonie nähern – den Diakoniegedanken in der Gemeinde umsetzen“ – wie er sagt.

Dieser rote Faden lässt sich bereits mit Grübers Amtseinführung 1986 als erster Pfarrer in der Lukas-Kirchengemeinde in Hörste aufnehmen. Damals hatte er sich schon im Kuratorium der Beusingser Mühle darin engagiert, dass dem gesprochenen Wort die praktische Tat zu folgen habe. „Wir haben die Bewohner der Mühle und Schüler zusammengebracht, damit sie sich direkt austauschen können. Das war erfolgreicher als manch teure Präventionsmaßnahme“ beschreibt Grüber an einem Beispiel den großen Bogen der praktizierten Hilfe. Als Kuratoriumsvorsitzender dieses Therapiezentrums für Suchterkrankungen in der Nähe von Soest erkannte sein waches und kritisches Auge in der Folge auch die Notwendigkeit, sich gegen die Kinderarmut und für Asylbedürftige einzusetzen. „Ich habe viel über den Tellerrand geschaut“ und so ist er z.B. auf den australischen Theologen Prof. Neil Collins gestoßen. Und um seiner Vorstellung von dem christlichen Ideal von Wort und Tat noch mehr Nachdruck zu verleihen, zitierte er auf seinen Konferenzen den Diakoniepresbyterinnen und Diakoniepresbyter diesen Theologen schon allein deswegen, um deutlich zu machen, dass Diakonie größer ist als wir sie heute verstehen, nämlich auch die Predigt einschließt und der Begriff nicht Abgrenzung sondern der Kommunikation einschließt.

Jedoch allein ein engagierter Einsatz ist keine Erfolgsgarantie. „Es ist wichtig, den Blick für Entwicklungen zu gewinnen“. Und den gewann er u.a. bei Veranstaltungen der Diakonie auf Landesebene. Auch die Mühe vieler Gespräche, Sitzungen und Konferenzen wurden ihm nicht zu viel, denn „man muss beide Seiten kennen, um fundiert agieren zu können“
Hierzu gehören sicherlich auch die nicht immer leichten Reisen in den Partnerkreis im fernen Kamerun. Die Erkenntnisse und Erfahrungen Grübers und anderer hieraus, waren in dem Ausschuss für Mission, Ökumene und Weltverantwortung sehr hilfreich.

Was führte Rainer Grüber nun dazu, in einer aufwendigen Langzeitfortbildung sich für die sicher nicht leichte Aufgabe in der Arbeit mit den 16 bis 24-jährigen jungen Menschen zu rüsten? „Ich bin mir sicher, dass meine Glaubenshilfe den jungen Leuten zu ihrem Vorteil als ihre Lebenshilfe erkennbar wird“, sagt er. Und er weiß, dass ihm in den zwanzig zu betreuenden Klassen Schüler aus vieler Herren Länder erwarten, die als Hindu, Moslem, Orthodoxe, Freikirchliche usw. einen ganz anderen Hintergrund bieten, wie der weitere Teil der gänzlich religionsentwöhnten Jugendlichen. „Ich sehe eine sinnvolle Vernetzung meiner bisherigen Aktivitäten mit der Arbeit in der Schule“ relativiert Grüber vermeintliche Probleme. Und er verschweigt nicht, dass Horizonterweiterung und Toleranzaufbau gewichtige Themen mit den Schülern sind, die auch der Gesellschaft dienen. Es gäbe immer einen – wenn auch manchmal kleinen Nenner, um das wertvolle Evangelium zu erhalten. Denn selbst das zumindest unschöne Beispiel „Exorzismus“ lässt als „Türöffner“ die Jugendlichen Ursprünge und Zusammenhänge in der Bibel verfolgen.

Die Wertschätzung der Diakonischen Arbeit, die Verknüpfung von Kanzelwort und praktischer Tat und der Erhalt des Evangeliums reihen sich an den roten Faden in Rainer Grübers Leben.

Für das Jahr 2012 ist im Evangelischen Kirchenkreis Soest das Jahr der Diakonie geplant. Die hierzu vom Kirchenkreis erstellte Checkliste fragt u.a.: Wie können wir mehr für die Diakonie tun? Wie können wir die gemeindliche Diakonie als Visitenkarte eines lebendigen Gemeindelebens neu aufbauen?

Diese Sätze hat nicht Rainer Grüber diktiert. Wohl aber entsprechen sie seit vielen Jahren genau seinem Faden. Dieser Faden wird ihn auch dann weiterleiten, wenn seine Kirche hierzu gute Antworten formuliert und umgesetzt hat. Denn die Aufgabe, das wertvolle Evangelium mit und für die Jugend zu erhalten, endet nicht.

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