Vorkämpfer für Menschenrechte

Einweihung des Anton-Prätorius-Weges in Lippstadt am 7.5.2015

Am Donnerstag, dem 7. Mai 2015, wird der neu benannte Anton-Prätorius-Weg in Lippstadt eingeweiht. Pfarrer Hartmut Hegeler aus Unna, der das Leben und Wirken des Anton Prätorius detailliert erforscht und einer breiteren Öffentlichkeit zu Bewusstsein gebracht hat, wird um 16.00 Uhr eine Ansprache halten.

Im vergangenen Jahr hatte der Schul- und Kulturausschuss beschlossen, den nördlich der Lippe verlaufenden Verbindungsweg vom Lippertor zum Entree im Grünen Winkel nach dem Kämpfer gegen die Hexenverfolgung zu benennen. Anton Praetorius (1560-1613) stammte aus Lippstadt und kämpfte im 16. Jahrhundert gegen Folter und Hexenprozesse, verfasste als evangelischer Pfarrer Schriften gegen die Hexenverfolgung und trat unter Gefahr für sein eigenes Leben für Inhaftierte ein. Durch die Benennung soll nicht nur dieser frühe Gegner der Hexenverfolgung geehrt werden, sondern auch ein Zeichen gesetzt werden für das ehrende Gedenken an die Opfer der Hexenprozesse.

Am Buß- und Bettag 2013 hatten der Evangelische Kirchenkreis Soest und das Dekanat Lippstadt-Rüthen einen ökumenischen Gedenkgottesdienst für die Opfer der Hexenverfolgung in der Jakobikirche gehalten und darin auch an den "Vorkämpfer für die Menschenrechte" Pfarrer Anton Prätorius erinnert, ebenso in einem "öffentlichen Wort zur Hexenverfolgung". Im Februar 2015 beschloss der Rat der Stadt Lippstadt: “Der Rat der Stadt Lippstadt erklärt die sozialethische Rehabilitierung der im Rahmen der Hexenverfolgungen im 16. und 17. Jahrhundert verurteilten und hingerichteten Frauen, Männer und Kinder im Sinne der Menschenwürde und Menschenrechte. Diese Rehabilitierung ist ein Akt im Geiste der mahnenden Erinnerung und Versöhnung. Der Rat der Stadt Lippstadt verurteilt die Gewalt, unter der die Frauen, Männer und Kinder gelitten haben, gedenkt der Opfer und erklärt zugleich die Wiederherstellung ihrer individuellen Ehre."

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